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Ölsardinen Trainings-Camp

Passen auf einen Quadratmeter mehr als 3 Erwachsene Trinker?

Nicht überall, aber (früher) immer öfter im JULIO.

Jahrelang gelang es ihnen, sich auf einer Fläche von 1 qm  mit durchschnittlich drei Personen, die jeweils noch ein Bierglas in einer Hand hielten, bei Lärm-, Schweiß- und Zigarettenqualm- durchtränkter, sauerstoffarmer Luft,  aufzuhalten.

Heute ist das, mit einigen Ausnahmen, nicht mehr möglich.

Es soll Gäste geben, die beanspruchen mehr als 1 qm für sich, ihr Guinnessglas in der einen und den Paddy in der anderen Hand.

Beziehungskisten-

Schreinerei

Bei den vielen hautnahen Kontakten der früheren Sturm- und Drangzeit formierten  sich täglich mehr oder weniger zwangsläufig einige Beziehungskisten, aus denen intensive Freundschaften aber auch ernstgemeinte Ehen hervorgingen. In vielen Fällen wählte man die Wirtsleute oder die liebe Inge als Trauzeugen. Aus vielen Ehen gingen Kinder hervor, die sich (heute teilweise volljährig) bei einem Besuch im JULIO mit ihren Eltern die ollen Kamellen von damals anhören müssen.

Einige Pänze versuchen, die Eltern nachzuahmen und bemühen sich redlich, die Bierchen in gleicher Geschwindigkeit einzunehmen wie die Alten. Aber irgendwie ist dies heute eine andere Generation, die unsere ausgefeilten (früheren) Trinkgewohnheiten nicht nachvollziehen kann.

Die kürzeste Ehe zweier JULIO-Gäste, der der Wirt als Trauzeuge beiwohnte, hielt genau drei Monate. Danach war die Ehefrau verschwunden.

Man kam sich ganz schön nah, früher,
heute passen nicht mehr so viele rein...

Wohin mit 500 Zentner Erdnußschalen?

JULIO wegen Platzmangel geschlossen?

Elfriede rettete Erdnußbunker vor dem Ersticken.

 

Die gästefreundliche Idee, täglich 3 Kg Erdnüsse in Schalen an die Gäste zu verschenken, hätte vor Jahren beinahe das „Aus“ für die nur 91 Kubikmeter Rauminhalt fassende Kneipe bedeutet. Kein Platz mehr für die Gäste, weil die Schalen der in den letzten Jahren ausgepulten Erdnüsse bis zur Decke gereicht hätten.

Welche Alternative hatte Wirt Peter?

Weg mit den Schalen und her mit der Schwiegermutter Elfriede. Gott sei Dank konnte er sie davon überzeugen, dass ihr persönlicher, täglicher Einsatz im Julio nicht nur für die Gäste ein Weiterleben im JULIO bedeutete, nein, auch Tochter Angelika profitierte nach harten Nachtkämpfen von der putzbegeisterten Mama. Nur ihr ist es zu verdanken, daß am nächsten Nachmittag alle Unklarheiten vor- und vor allem hinter der Theke beseitigt waren und einem neuen, fröhlichen Trink- und Erdnußspaß nichts mehr im Wege lag.

 

Hier ein paar Zahlen zu den Erdnüssen:

Es wurden bis heute (1999) 23.375,00 Kilo Erdnüsse in Schalen verschenkt. Bei einem durchschnittlichen Einkaufspreis von ca. DM 4,00 pro Kilo ergibt dies die verschenkte Summe von DM 109.500,00 DM. Die Mehrwertsteuer ist nicht berücksichtigt. Abgesetzt wird alles über die Warengruppe „Werbemaßnahmen“ und die Müllabfuhr.

 

Zu einer DRUPA im Jahr 1980 brachte es eine Druckereifirma aus Berlin erstmalig fertig, den Inhalt eines 3 Kilo-Sacks Erdnüsse einzeln mit dem JULIO-Logo zu bedrucken. Dies sorgte auf der weltgrößten Druckereifachmesse für riesiges Aufsehen und wurde in alle Welt berichtet. Einzelne Exemplare existieren noch heute in den Schmuckkästchen, Tresoren oder Getränkekartenkästen.

 

Bei der Jubiläumsfeier und dem angeschlossenen Ratespiel zum 6-Jährigen Bestehen der Kneipe ermittelte Stammgast Kurt(i) Bressler, der leider vor einigen Jahren verstarb, die genaue Anzahl der in einem 3 Kilo Erdnußsack befindlichen Nüsse. Er gewann einen 3 Kilo Sack Erdnüsse, einen ganzen  französischen Edamer und wurde mit dem Wirt und den Siegprämien im Express abgebildet.

 

Nicht nur die Erdnüsse sind das Einzige, was seit 1974 Jahren nicht teurer geworden ist. Auch das Clopapier, die Handtücher, Bierdekel und die dufte Atmosphäre sind immer noch  g r a t i s  im JULIO (… und so manch ein Bierchen, wenn der Wirt mit den Gästen ein Spielchen wagt und verliert!)

 

JULIO´S GUINNESS PUB | peter.t@julios.de